Wann ist es Zeit fürs erste Mal?
Sex spricht von Liebe
Die Sexualität ist eine starke, positive Kraft. Sie gehört untrennbar zu unserem Wesen. Sie äußert sich vor allem in der Fähigkeit, zu lieben und das Leben weiterzugeben. Sie ist Geschenk und Aufgabe zugleich. Nur durch Liebe und Verantwortung kann sie ihre wahre Schönheit und Bedeutung entfalten.
Sexualität als Sprache der Liebe kennt viele Ausdrucksformen: zärtliche Blicke, Worte, Gesten und Berührungen. Miteinander zu schlafen ist der tiefste Ausdruck von Sexualität. Dabei begegnen sich nicht nur zwei Körper, sondern zwei Menschen mit Leib und Seele.
Wenn sie verheiratet sind, „sprechen” sie durch den Körper aus, was sie in der Seele empfinden:
„Ich schenke mich dir ganz und gehöre dir ganz. Ich nehme dich als Geschenk an.“
Mann und Frau werden eins – mit Leib und Seele. Das ist das Beglückende in der sexuellen Beziehung.
Miteinander schlafen bringt eine besondere Verantwortung mit sich: gegenüber dem Partner, gegenüber sich selbst und gegenüber dem neuen Leben, das dabei entstehen kann.
Das erste Mal
Vielleicht glaubst du mithalten zu müssen, wenn deine Freunde mit ihren sexuellen Erlebnissen auftrumpfen. Aber lass dich nicht unter Druck setzen:
Viele geben sich zu früh für Sex her, nur um mitreden zu können. Oder sie meinen, dass alle es tun. Im Nachhinein bereuen sie es oft. Wenn sie dann denjenigen kennenlernen, den sie wirklich lieben und mit dem sie ihr Leben teilen möchten, haben sie ihr erstes Mal schon verschenkt – vielleicht an jemanden, der sie nur ausgenutzt hat.
Wenn das Vertrauen fehlt, kann das erste Mal eine große Enttäuschung sein: Bei der Frau reißt normalerweise das Jungfernhäutchen ein, was ihr Schmerz bereitet. Vielleicht bleibt der Orgasmus bei einem oder beiden überhaupt aus. Auch sonst funktioniert nicht alles auf Anhieb. In einem One-night-stand ist so etwas meist peinlich und hinterlässt bittere Erinnerungen. In einer echten Beziehung hingegen macht es viel weniger aus: Man kann über alles reden und hat genügend Zeit zueinander zu finden.
Du darfst auch nein sagen!
Vielleicht drängt dich dein Partner, und du hast das Gefühl ihm etwas schuldig zu sein. Aber hör auf dein Inneres, auf dein Gewissen! Wenn du mit deinem Freund nicht schläfst, heißt das noch lange nicht, dass du ihn nicht liebst. Du darfst also ruhig sagen: „Bitte noch nicht.“
Gemeinsam warten bis zur Ehe
Miteinander schlafen heißt, sich dem Partner ganz zu schenken. Wenn man zum anderen mit ganzem Herzen und mit dem Willen „Ja” gesagt hat, dann erhält auch das körperliche Eins-Werden einen Sinn. Durch den Leib drückt man aus: „Ich liebe dich ganz und für immer.” Trotzdem kein Jawort zu geben, ist eine Gespaltenheit zwischen Leib und Seele: Mit dem Leib bekundet man die totale Hingabe. Aber in seinem Herzen hält man sich eine „Hintertür” offen. Das spüren beide Partner. Sie müssen mit dem Gefühl leben, nicht vollständig angenommen zu sein.
Wenn man den Partner aber heiratet, dann entscheidet man sich für ihn – ganz und für immer. Durch das Eheversprechen wird Sex zum wirklichen Sich-Gegenseitig-Schenken und Annehmen.
Aufeinander zu warten hat einen Vorteil: Die Partner haben mehr Zeit und Energie sich durch gemeinsame Erlebnisse und Gespräche tiefer kennen zu lernen. So kann sich die Liebe beweisen.
